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Blumenerde im VKI-Test: Einige mit Listerien belastet

Zum Start der neuen Garten-Saison hat der Verein für Konsumenteninformation 16 Blumenerden getestet, darunter 8 torfreie Produkte. Im Gegensatz zum letzten Jahr fielen die Ergebnisse des aktuellen Tests aber etwas schlechter aus:

Blumenerde Test

  • 6 von 16 Blumenerden enthielten Listerien und wurden daher mit „nicht zufriedenstellend“ beurteilt.
  • Für 2 weitere Blumenerden gab es nur ein „weniger zufriedenstellend“, aufgrund mangelnder Pflanzenverträglichkeit.
  • Nur 2 Blumenerden schafften eine „sehr gute“ bzw. „gute“ Gesamtbewertung.

Blumenerde mit Listerien belastet

In 6 von 16 getesteten Erden von bellaflora, Dehner, Euflor, Gardenline, Günstiger Garten, Starkl wurden Listerien gefunden. Listerien können Listeriose verursachen, eine seltene, hauptsächlich durch Lebensmittel übertragene Erkrankung. Meist erfolgt eine Infektion durch den Verzehr von rohen Lebensmitteln. Listerien sind aber auch in der Umwelt weit verbreitet, etwa in Abwässern und der Erde.

Daher empfehlen wir, bei der Arbeit mit Blumenerde stets Handschuhe zu tragen oder sich danach besonders gründlich die Hände zu waschen. Listerien in der Blumenerde gehen nicht in die Pflanzen über. Das Gemüse sollte aber jedenfalls gründlich abgewaschen werden.

so VKI-Projektleiter Christian Undeutsch.

Deklarierten Füllmengen weicht stark ab

  • Die auf den Packungen deklarierten Füllmengen wichen dabei stark von den ermittelten Werten ab.
  • 14 von 16 Produkten enthielten nur 90 Prozent oder weniger der angegebenen Menge.
  • Negativer Spitzenreiter war Seramis mit mageren 11,1 Litern anstelle von 20 Litern.
  • Auch wenn sich die Füllmenge im Laufe der Lagerung verringern kann, so sind das doch erhebliche Abweichungen.

Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich damit ein gänzlich anderes Bild: Damals lagen die ermittelten Füllmengen bei fast allen Blumenerden über den angegebenen Werten.

Wie Bio ist die Bio-Blumenerde wirklich?

Auffällig ist laut VKI, dass viele Hersteller für die Bezeichnung ihrer Blumenerden den Begriff „Bio“ verwenden. Bei Kultursubstraten gibt es, im Gegensatz zu Lebensmitteln, aber keine gesetzliche Regelung für „Bio“. Daher ist es unklar, was diese Produkte von anderen ‚konventionellen‘ Produkten unterscheiden soll.

Hier wäre es laut Christian Undeutsch sinnvoll, Klarheit durch gesetzliche Vorgaben zu schaffen. „Bio“ bedeutet jedenfalls nicht, dass die Blumenerde auch torffrei ist: So enthielten auch 2 der 8 getesteten „Bio“-Blumenerden Torf. Der Einsatz von Torf in Blumenerden steht aber aus ökologischen Gründen in der Kritik, da durch den Torfabbau klimaschädliches CO2 freigesetzt wird und Moorlandschaften als besondere Lebensräume für Pflanzen und Tiere zerstört werden.

Wer sichergehen möchte, dass seine Blumenerde keinen Torf enthält, der sollte die Produktkennzeichnung genau studieren oder auf Produkte achten, die das Österreichische Umweltzeichen tragen.

Die ausführlichen Testergebnisse gibt es hier www.konsument.at/test-blumenerde052020


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