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Laminatboden verlegen

Laminatboden verlegen

Wer einen preiswerten Boden in Holzoptik haben möchte, entscheidet sich oft für einen Laminatboden. Dieser sieht zwar oft aus wie ein teurer Parkettboden, ist aber deutlich günstiger und einfach in der Verlegung. Der Preis von einem Laminatboden orientiert sich in erster Linie in der Qualität, Aufbau und der Optik. Was beim Kauf und Verlegung eines Laminatbodens zu beachten ist, haben wir in unserem Ratgeber zusammen gefasst. Für unseren Praxistest haben wir einen Boden aus Laminat im Baumarkt gekauft und in einem Kellerraum verlegt.

Vorteile von Laminat

Laminat bietet gegenüber anderen Bodenbelägen wesentliche Vorteile. Die Verlegung kann auf nahezu jedem Untergrund einfach und auch von Laien vorgenommen werden, da die gängigen Laminatböden nicht mehr geklebt werden müssen sondern über ein einfaches Klicksystem verfügen. Die Deckschicht kann in praktisch jeder Optik individuell gestaltet werden. Dabei bietet die robuste und emissionsarme Oberfläche eine hohe Abriebfestigkeit und ist besonders pflegeleicht und hygienisch. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil von Laminatböden liegt im ausgewogenen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Was ist ein Klick-System?

Laminatböden sind bereits seit Ende der 70er Jahre bekannt, wurden zu dieser Zeit jedoch aufgrund der vergleichsweise schwierigen und kostenintensiven Verlegung nur spärlich eingesetzt. Erst rund 20 Jahre später wurden die einfachen Klicksysteme entwickelt, die man heutzutage kennt. Das Klick-Laminat muss nun nicht mehr verklebt, sondern die einzelnen Dielen nur noch durch einen einfachen „Klick“ von Nut und Feder schwimmend verbunden werden. Durch diese neue Technik kann man auch als ungeübter Heimwerker optimale Ergebnisse erzielen und somit schnell und kostengünstig selbst und ohne Risiko sein Heim renovieren.
Laminat Klick-System

Wo Laminat kaufen?

Laminatböden in guter Qualität ist heutzutage bei allen gut sortierten Baumärkten in Österreich erhältlich, also unter anderem bei Obi, Hornbach oder Bauhaus. Auch Einrichtungshäuser wie XXXLutz oder sogar Ikea bieten mittlerweile Laminatböden zum Selbstverlegen an. Wer individuelle Ansprüche an eine besondere Optik hat, wendet sich am besten an eines der spezialisierten Fachhäuser, wie beispielsweise einen Fußbodenhändler oder ein Holzhaus.

Welchen Laminat kaufen?

Wenn die Entscheidung für einen Laminatboden gefallen ist, stellt sich beim breiten verfügbaren Sortiment als nächstes die Frage nach der Auswahl. Welchen Ansprüchen und Bedingungen soll der neue Bodenbelag genügen und welche Farbauswahl passt am besten zu Wänden und Möbeln?

Eignet sich ein Laminatboden bei einer Fußbodenheizung?

Grundsätzlich sind Laminatböden bestens für die Verlegung über Fußbodenheizungen geeignet. Es empfiehlt sich zunächst eine Rückversicherung beim Hersteller der Fußbodenheizung, welcher eine Freigabe für Laminatböden bestätigen kann. Für die Auswahl des Laminats selbst gilt als Richtlinie der Wärmedurchlasswiderstand der Dielen. Dieser ergibt sich aus der Dicke des Materials und dessen Wärmeleitfähigkeit und sollte gemeinsam mit der verwendeten Dämmunterlage einen Wert von maximal 0,15 K/W pro m2 nicht überschreiten. Je niedriger dieser Wert, desto besser geeignet ist das Laminat für eine Fußbodenheizung.

Welcher Laminat passt zu dunklen Möbeln?

Die Bedeutung der farblichen Gestaltung von Fußboden und Wänden ist nicht zu unterschätzen, da diese einen direkten Einfluss auf die Atmosphäre des gesamten Raumes haben. Bei vorherrschend gedeckten Farben kommen dunkle Möbel einerseits mit einem helleren Laminatboden besser zum Ausdruck, zum anderen wirkt der Raum an sich durch diese Gestaltung optisch größer und zeitlos schön.

Wählt man also einen hellen Boden, sind Laminate aus Ahorn, Buche, Hickory oder Eiche günstig. Je nach Größe und Aufteilung des Raumes sowie Anzahl der Fenster kann auch eine dunklere Laminatgestaltung die bessere Einrichtungsvariante darstellen. Es empfiehlt sich, Farbproben von Mahagoni oder Kirschholz in den Raum zu legen oder mit einer geeigneten Einrichtungssoftware die Gestaltung am Bildschirm zu simulieren. Mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen hellen und dunklen Flächen erzielt man in der Regel ein optimales Ergebnis.

Welchen Laminat zu hellen Möbeln wählen?

Analog zur Gestaltung bei dunklen Möbeln, werden viele Heimwerker bei hellen Möbeln zuerst an ein dunkleres Laminat denken. Braun- und Rottöne von beispielsweise Eiche, Kastanie, Nussbaum, Kirsch oder Eiche naturgeölt, können dabei für eine behagliche und harmonische Atmosphäre sorgen. Auch ein schwarzer Laminatboden kann je nach Raum und Gestaltung ein stilistisches Highlight darstellen. So erzeugt ein beispielsweise in Schiefer gehaltenes Laminat einen Eindruck von Luxus und Klasse. Graue Töne hingegen setzen vor allem in Verbindung mit passenden Wandfarben klassische Akzente, hier kommen Laminatböden aus Eiche, Pinie oder in Betonoptik in Frage.

Benötigt man beim Laminatboden eine Trittschalldämmung?

In der Regel wird nicht das Laminat zur Trittschalldämmung ausgesucht, sondern die passende Trittschalldämmung zum gewählten Laminatboden. Dabei soll die Trittschaldämmung in Abhängigkeit von der Bodenqualität vor allem Tritt- bzw. Gehschall vermindern, zudem die schwimmende Verlegung des Laminatbelages gewährleisten und den Bodenbelag dauerhaft schützen. Die Dämmung sollte dem Härtegrad des Laminatbodens entsprechen. Dickes, hartes Laminat verursacht höheren Trittschall und bedarf somit einer dickeren Dämmschicht.

Welche Laminat Nutzungsklassen gibt es?

Laminat Aufbau

Querschnitt durch eine Laminat-Paneele

Da Laminat sehr vielseitig eingesetzt werden kann, wurden für die unterschiedlichen Ansprüche sechs verschiedene Nutzungsklassen klassifiziert: NK 21 bis NK 23 für privat genutzte Böden und NK 31 bis NK 33 für gewerblich genutzte Böden. Private Bereiche, die gering genutzt werden sind beispielsweise Schlaf- und Gästezimmer (NK 21), mittel genutzte Bereiche Wohn- und Esszimmer (NK 22) und vielgenutzte Bereiche Diele und Küche (NK 23). Analog dazu im gewerblichen Bereich kleine, wenig genutzte Büros (NK 31), mittel genutzte Konferenzräume (NK 32) oder stark genutzte Empfangs- oder Verkaufsräume (NK 33).

Laminat richtig verlegen

Laminatboden

Die Verlegung vom Laminatboden kann in der Regel einfach und schnell erfolgen. In unserem Praxistest benötigten wir zu zweit für einen knapp über 16 m2 großen Raum 4 Stunden zum Vorbereiten des Bodens und Verlegen der Laminat-Paneele.

Wann braucht es eine Dampfbremse unter dem Laminatboden?

Dampfbremse unter dem Laminatboden

Die Dampfbremse mit integrierter Trittschalldämmung wird unter dem Laminatboden verlegt.

Laminat kann auf nahezu allen Untergründen verlegt werden, bei mineralischen Böden wie Estrich, Asphalt oder Beton braucht es jedoch eine Dampfbremse unter dem Laminatboden. Diese Dampfsperre besteht aus einer speziellen Folie, welche aufsteigende Feuchtigkeit abhalten soll, die ansonsten Schäden im Laminatboden verursachen kann. Im Handel sind auch Kombi-Produkte von Dampfbremsen mit Trittschalldämmung erhältlich.

Wie den Laminat schneiden?

Nicht nur das Verlegen, auch das Schneiden von Laminat kann ohne viel Erfahrung professionell erledigt werden. Geeignete Werkzeuge hierfür sind entweder spezielle Laminatschneider, einfache Handkreis- oder auch Stichsägen. Die Schnittkante sollte vorher markiert und die Dielen während des Schneidevorgangs gut gesichert werde. Ausschnitte, zum Beispiel für Heizungsrohre, gelingen am besten durch eine Bohrung und anschließendes Aussägen.

Wie Laminat im Raum verlegen?

Die Richtung, in welcher die Laminat-Paneele verlegt werden, trägt nicht unerheblich dazu bei, wie der Raum optisch wirkt. Hier kann man also mit der geeigneten Verlegerichtung Räume einfach optisch vergrößern oder verkleinern. Grundsätzlich sollte der Belag längs zur Hauptlichtquelle und wenn möglich quer zur Laufrichtung verlegt werden.

Welches Zubehör benötigt man zum Verlegen?

Abstandskeile für Laminatboden

Notwendiges Zubehör zum Verlegen: Abstandskeile

Neben den oben genannten Werkzeugen zum Schneiden von Laminat benötigt man für die schwimmende Verlegung lediglich einen Zollstock, Bleistift zur Markierung, Wasserwaage und Richtscheit sowie Hammer, Schlagholz und Abstandskeile.

Sockelleisten verlegen

Nachdem der Laminatboden verlegt wurde, sollte man ein bis zwei Tagen den Boden ruhen lassen, damit sich dieser an die Umgebungsbedingungen anpassen kann. Bevor die ersten Möbel in den Raum kommen, muss noch die Montage der Sockelleisten durchgeführt werden.

Sockelleisten schaffen einen sauberen Übergang zur Wand und sind in der Regel im gleichen Design wie die gewählten Laminatdielen erhältlich. Für eine professionelle Befestigung sollte zunächst die Wand genau ausgemessen und die Sockelleiste entsprechend angepasst und zugesägt werden. Die Leisten können nun an die Wand genagelt, geschraubt, geklebt oder mit Montageclips befestigt werden. In den Ecken wirkt ein schräger Schnitt mit 45 Grad optisch am ansprechendsten.

Wie Laminat am besten reinigen & pflegen?

Eine wirksame Kantenimprägnierung schützt das Laminat vor eindringender Feuchtigkeit. Die Reinigung gestaltet sich somit sehr einfach. Laminatböden können gekehrt, abgesaugt oder mit einem feuchten Tuch gewischt werden. Spezielles Laminatpflegemittel erhält dabei den Glanz und bringt die Optik streifenfrei zur Geltung.


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