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Babyschalen Ratgeber: Sicher mit Baby unterwegs

In den Armen der Eltern, eingewickelt in eine Decke oder begrenzt durch eine Trage, fühlen Babys Schutz und Geborgenheit. Geschützt werden muss dein frisch gebackener Nachwuchs auch auf dem Weg vom Krankenhaus nach Hause. Da die meisten Eltern ihr Neugeborenes mit dem Auto heimbringen, gilt es sich schon frühzeitig darüber Gedanken zu machen und in eine sichere Autoschale für das Baby zu investieren.

In Österreich gilt im Auto Kindersitzpflicht: Kinder bis 14 Jahre, die kleiner als 1,35 Meter sind, benötigen ein in der Größe und Gewicht angepasstes Kinderrückhaltesystem (Babyschale, Kindersitz, Sitzerhöhung). Die Einsteigerklasse für Neugeborene ist dabei die Babyschale. Diese gehört somit für alle Autobesitzer unter den Eltern zur Grund- und Erstausstattung.

Babyschale kaufen: Neu oder gebraucht?

Grundsätzlich kannst du eine gebrauchte Babyschale kaufen. Vorausgesetzt das Modell befindet sich in einem guten Zustand, ist unfallfrei und stammt von einem verlässlichen Verkäufer, etwa aus der Familie oder aus dem Freundeskreis. Zudem sollten alle wichtigen Zubehörteile wie Anleitung, Stützpolster und Neugeborenen-Einlage vorhanden sein. Auch das Prüfsiegel (ECE oder i-Size) muss angebracht sein, ansonsten wäre die Babyschale für den Verkehr nicht zugelassen.

Auf Nummer sicher gehst du jedoch mit einem Neukauf im lokalen Fachgeschäft. Dort erhälst du eine ausführliche Beratung und kannst die Babyschale vor dem Kauf eingehend begutachten. In gut sortierten Geschäften steht ein Autositz zum Testen zur Verfügung beziehungsweise kann der Einbau im eigenen Auto getestet werden.

Wer sich für den Onlinekauf entscheidet, sollte die Lieferzeiten beachten. Vor allem bei Sonderwünschen wie einer Babyschale, die farblich zum Autositz passt, kann der Versand durchaus einige Wochen in Anspruch nehmen.

„i-Size“ und „Isofix“ – was ist das?

Bei der Recherche nach Babyschalen und Kindersitzen, wirst du automatisch mit diesen beiden Begriffen „i-Size“ und „Isofix“, gegebenenfalls auch noch mit „Reboarder“ (rückwärtsgerichtete Kindersitze) konfrontiert und stehst im ersten Moment vielleicht auf der langen Leitung.
Brauch ich das? Wozu ist das?

i-Size

ist eine EU-weite Sicherheitsnorm, sozusagen ein Standard für Kindersitze, die seit einigen Jahren gilt und die Kindersicherheit im Auto gewährleistet. Auf lange Sicht wird sie die vorherige ECE R44-04 Norm, die nach wie vor noch gültig ist, ersetzen. Nur Kindersitze, die eine dieser beiden Normen entsprechen, dürfen derzeit verkauft und verwendet werden!

Für eine i-Size Zertifizierung gilt folgendes:

  • Kindersitze müssen für die i-Size Zulassung einen Seitenaufpralltest bestehen
  • in i-Size Sitzen müssen Kinder bis 15 Monate rückwärtsgerichtet befördert werden
  • i-Size Kindersitze sind nach der Körpergröße des Kindes und nicht mehr nach Gewicht eingeteilt
  • i-Size Kindersitze müssen auf Fahrzeugsitze passen, die mit „i-size“ Logo gekennzeichnet sind

Die i-Size Norm soll dem Baby zum Einen einen besseren Schutz im Auto bieten und zum Anderen dafür sorgen, dass das Kind, in einem seiner Größe entsprechenden Autositz Platz nimmt.

Die Prüfsiegel (sowohl ECE R44 als auch i-Size) sind meist an der Unterseite der Babyschale angebracht. Zumindest beim Kauf sollte man einen Blick darauf werfen. Keine Sorge, beide Normen sind gültig. Auch eine Babyschale nach alter Norm ist sicher und kann ohne Bedenken verwendet werden!

Isofix

ist ein Befestigungssystem für Kindersitze, welches nach ISO 13216 genormt und besonders sicher ist, sowie Anwendungsfehler nahezu ausschließt. Es ist eine starre Steckverbindung zwischen Fahrzeug und Kindersitz. Mithilfe von zwei Metallhaken wird dabei die Basis mit zwei einfachen Klicks mit dem Auto verbunden. Damit hat die Schale im Fahrzeug einen sicheren Halt und die mitunter fehlerhafte und aufwendigere Befestigung über die Fahrzeuggurte entfällt.

Während größere Kindersitze fest mit der Isofix-Station verbunden sind und im Auto verbleiben, ist das bei den herausnehmbaren Babyschalen anders gelöst. Man hat ein extra Basis, die im Auto verbleibt, während die Babyschale je nach Bedarf herausgenommen und wieder eingesetzt werden kann. Mit der passenden Isofix-Basisstation lässt sich die Babyschale dadurch mit wenigen Handgriffen sicher befestigen.

Benötige ich eine Basisstation – ja oder nein?

Die Isofix Basisstation spart Zeit, verhindert Einbaufehler und sorgt für zusätzliche Sicherheit. Jedoch gibt es auch noch Autos, die diese Iso Halterung nicht haben und man somit unausweichlich auf eine Gurtbefestigung ausweichen muss. Bitte überprüfe das vorher bei deinem Auto!

Zu beachten ist auch, dass diese Basisstationen nicht einheitlich sind, jeder Hersteller hat seine eigene Station, die nicht mit anderen Marken kompatibel ist und zusätzlich zur Babyschale zu kaufen ist. Es gibt jedoch auch Basisstationen, die für die Babyschale und den nächstgrößeren Kindersitz verwendet werden können und somit über Jahre nutzbar sind, wenn man beim gleichen Hersteller bleibt.

Unser Tipp: In Österreich bietet der Automobilclub ÖAMTC einen Verleih von Basisstationen und Babyschalen an. Wir haben uns etwa die Basisstation ausgeborgt, während wir die Babyschale gekauft haben. Im Handling ist so eine Basis schon sehr praktisch.

An erster Stelle: Die Sicherheit

Die Sicherheit ist der wichtigste Aspekt beim Babyschalen-Kauf. Genau hinsehen musst du, wenn du ein Auto mit nach hinten abfallenden Sitzbänken fährst. Die Babyschale steht in diesen Fahrzeugen mitunter steiler, insofern sie mit einer Isofix-Station eingebaut ist. Das kann sich unter Umständen auf die Ruheposition des Kindes auswirken. Es besteht die Gefahr, dass der Kopf beim Schlafen nach vorne fällt. Eine Basisstation mit verstellbarem Neigungswinkel stellt hier sicher, dass der Rücken des Babys optimal entlastet wird.

Einige Babyschalen-Modelle verfügen über einen zusätzlichen Stützfuß. Konkret verfügt die Basisstation über diesen Stützfuß. Wird die Babyschale auf der Rückbank installiert, dient dieser als zusätzlicher Puffer und damit als wichtiger Bestandteil der Sicherheit. Da nicht jedes Modell zu jedem Fahrzeug passt, gilt es beim Kauf genau auf die Größenangaben zu achten.

Unser Tipp: Um die Entscheidung festzumachen, kann ein Blick auf die Testergebnisse bekannter Prüfinstitute geworfen werden. Konsument und ÖAMTC nehmen regelmäßig die neuesten Babyschalen unter die Lupe und stellen Sicherheit, Bedienung und Ergonomie auf den Prüfstand. Auch wir haben uns damit auf den neuesten Informationsstand gebracht.

Komfort für Baby & Eltern

Babys wachsen schnell und möchten bald auch ihre Umwelt kennen lernen. Deshalb empfiehlt sich unbedingt eine Babyschale, die sich an die Größe des Kindes anpassen lässt!

Gute Modelle haben herausnehmbare Einlagen, sogenannte Sitzverkleinerer oder Neugeborenen Einsätze. Diese gleichen zu Beginn die starke Krümmung im Rücken der Babyschale etwas aus und machen den Sitz zugleich etwas kleiner. Dies ist besonders bei Frühchen oder sehr kleinen Babys von Wichtigkeit, da sich diese sonst in der Schale verlieren und keinen Halt und Schutz finden!

Ein Muss sind auch verstellbare Kopfstützen und Gurte sowie Gurtpolster, die den Hals schützen.

Zwischen 3000 und 3400 Gramm bringt ein Neugeborenes durchschnittlich auf die Waage. Eine Babyschale kann bis zu fünf Kilogramm wiegen. Damit beides transportiert werden kann, sollte zumindest bei der Babyschale auf ein geringes Gewicht geachtet werden. Eine Babyschale mit geringerem Gewicht lässt sich leichter transportieren und benötigt im besten Fall auch weniger Platz.

Wie lange ist eine Babyschale nutzbar?

Babyschalen eignen sich von der Geburt bis zu einer Körpergröße von ca. 80cm als Richtwert.
Die i-Size Babyschalen geben den Größenbereich an, für den die Schale geeignet ist.

Kommen die Kinder mit ihren Köpfchen an den Rand der Babyschale oder ragen sogar darüber hinaus und verlaufen die Schultergurte nicht mehr genau auf Schulterhöhe, ist es höchste Zeit auf die nächste Kindersitzklasse zu wechseln. Dies ist in der Regel bei einer ungefähren Körpergröße von rund 80 cm der Fall. Auch bei uns war es so.

Da Babys und Kinder in ihrer Entwicklung sehr unterschiedlich sein können, hat man sich mit der europaweiten Sicherheitsnorm „i-Size“ auf die Einteilung der Kindersitze nach Körpergröße geeinigt. Früher wurden Kindersitze nach Gewicht klassifiziert. Dies entsprach Babys bis rund 13 Kilogramm und bis zu ca. 1 Jahr.

Jedoch können zwischen zwei gleichaltrigen Babys sehr viele Zentimeter und viele Kilos liegen. 😉 Somit ist unserer Meinung nach diese neue Norm viel überlegter.

Unser Sicherheitstipp für den Umstieg von der Babyschale auf den Kindersitz: Babys und Kleinkinder sollten über die Babyschale hinaus so lange wie möglich in rückwärtsgerichteten Kindersitzen, sogenannten „Reboardern“ befördert werden, um bei einem Unfall die Halswirbelsäule zu schützen!

Babyschale im Alltag einsetzen

In Babyschalen, wie auch in Babywippen, liegen die Kleinen in einer gekrümmten Haltung, die nicht besonders ideal ist. Unnatürliche Kräfte wirken dabei auf den weichen Babyrücken und können bei zu langer und zu häufiger Nutzung Haltungsschäden verursachen. Deshalb gilt auch hier, mach mit deinem Baby nicht zu viele Autofahrten, halte die Fahrtstrecken kurz, beziehungsweise mache bei längeren Reisen ausreichend Pausen auf einer Krabbeldecke.

Aus diesem Grund, und auch wenn es oft umständlich erscheint: Babys zum Spazierengehen oder Einkaufen nicht in der Babyschale lassen! Erspart euch den Adapter, damit ihr die Babyschale auf das Kinderwagen-Gestell anbringen könnt und ihr tut der Gesundheit eurer Babys etwas Gutes. Bettet das Baby um in einen Kinderwagen, wo es flach liegt oder nehmt es in eine Babytrage oder in ein Babytuch.

Ich persönlich fand die Babytrage immer sehr angenehm beim Spazieren gehen oder beim Einkaufen. Ich genoss die Zeit, ihn so nah bei mir zu haben und so war unser Kleiner auch geschützt vor fremden Gesichtern, die sich gerne mal auch ungefragt über den Kinderwagen beugen.

Babyschale sicher im Auto befestigen

  1. Eine Babyschale gibt dem Kind Halt und schützt es, insbesondere im Falle eines Unfalls. Aus Sicherheitsgründen wird die Babyschale daher immer rückwärts gerichtet montiert, dies bedeutet, dass das Baby gegen die Fahrtrichtung schaut.
    Tests haben gezeigt, das bis zum 4. Lebensjahr rückwärts gerichtete Kindersitze das Risiko schwerer Verletzungen um 90% reduzieren. Das Kind wird bei einem Aufprall in die Schale, in den Sitz gedrückt und die entstehende Kraft über den ganzen Oberkörper verteilt.
  2. Der richtige und sichere Platz im Auto für die Babyschale ist grundsätzlich auf der Rückbank. Hier ist insbesondere der Platz hinter dem Beifahrer vorzuziehen. Zum Einen, da du dein Baby dann immer vom Verkehr abgewandt, sozusagen vom „Gehsteig“ aus hinein- und herausheben kannst, und zum Anderen, da es auf der Beifahrerseite weniger Seitenkollisionen gibt als auf der Fahrerseite.
    Wichtig: Soll die Babyschale auf dem Beifahrersitz befestigt werden, auch wenn es nicht der sicherste Platz ist, muss der Front-Airbag ausgeschaltet sein!!
  3. Apropo Seitenaufprall: Der Seitenaufprallschutz hat es mit der neuen „i-Size“ Norm in die Sicherheitsstandards bei Kindersitzen geschafft. Die Hersteller haben unterschiedliche Systeme entwickelt, die jedoch eines gemeinsam haben: So gut wie jeder Seitenaufprallschutz muss händisch jedes mal neu aktiviert werden, zum Beispiel durch Ausklappen eines Bügels oder einer Schraube auf der Seite, nur dann hat er einen Nutzen!
  4. Oft vergessen aber für die Sicherheit genauso wichtig, ist der Tragegriff der Babyschale. Dieser hat nämlich eine weitere Funktion. Er dient im Falle eines hoffentlich niemals eintretenden Überschlagunfalls als Überrollbügel und muss daher während der Fahrt immer aufgestellt sein!

Das Zubehör: Was benötigt wird

Neben der Babyschale benötigen Eltern einiges an Zubehör, damit das Kind wirklich komfortabel und sicher sitzt:

  • Fußsack/Einschlagdecke: Kommt das Baby im Herbst und Winter zur Welt, sollte es mit einem Fußsack oder einer Einschlagdecke vor der Kälte geschützt werden.
  • Sonnenschutzblenden: Kommt das Baby im Sommer zur Welt, sollte es mittels Sonnenschutzblenden vor der UV-Strahlung geschützt werden. Neben einfachen Saugnapf-Blenden bietet der Handel auch Rollos und passgenaue Speziell-Blenden direkt vom Autohersteller.
  • Schonbezüge: Sie schützen den Autositz vor Verschmutzungen. Vor allem bei Lederbezügen empfiehlt sich ein zusätzlicher Schonbezug.
  • Sitzauflage: Viele Babys schwitzen vor allem im Schlaf in den mit Styropor eingepackten Babyschalen. Für einen besseren Luftaustausch sorgen wabenartige Sitzauflagen.
  • Rückspiegel: Um sein Baby vom Fahrersitz aus zu sehen, ist ein Rückspiegel ein große Hilfe. Dieser wird an der Kopflehne des Rücksitzes montiert.

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