|
Da ich immer wieder Post von Besuchern meiner Homepage bekomme mit
der Frage: "Wie stelle ich es am besten
an, Webdesign beruflich auszuüben", habe ich
hier meine eigenen Erfahrungen für dieses Gewerbe erläutert.
Vielleicht hilft es Euch in der Entscheidung ...
Anmerken möchte ich, dass es "verschiedene" Arten von
WebDesignern gibt:
- Manche sind nur im HTML Bereich tätig und bekommen das Graphic-Interface
von Agenturen oder Mitarbeitern (Grafiker).
- Die zweite Möglichkeit sind WebArtisten die so weit wie möglich
alles selbst erledigen (Projektübernahme für Grafik und
Programmierung).
Gleich vorweg, ich habe mir in den folgenden Zeilen kein Blatt vor
den Mund genommen und versuche unseren "harten" Berufsstand
nicht zu beschönigen. In manchen Passagen werden meine Anmerkungen
vielleicht präpotent wirken, oder für Außenstehende
unlogisch Klingen, aber das sind eben "meine"
Erfahrungen in 4 Jahren WebDesign und entsprechen meinem Arbeitsumfeld....
Sollten Kollegen von mir anderer Ansicht sein, so können Sie gerne
ihre Erfahrungen erläutern und ich werde von hier aus einen Link
zu der betreffenden Seite legen. Leider ist mir bis heute keiner bekannt...
:-( !
Zum Beginn steht die Entscheidungswahl:
- SELBSTÄNDIG mit einem gelösten Gewerbeschein.
- Oder wähle ich den Weg einer ANSTELLUNG, bei einem
Provider, Werbeagentur oder Unternehmen für Digitale Mediengestaltung.
Alle die bis Dato geglaubt haben sich mit WebDesign "schwarz"
etwas nebenherbei zu verdienen, kann ich an dieser Stelle gleich enttäuschen.
Wenn man sich vom großen Kuchen eine Scheibe abschneiden möchte,
besser gesagt Aufträge von Firmen oder Institutionen zu bekommen,
muss man Rechnungen ausstellen... Nur auf Honorarnote zu arbeiten wird
auf die Dauer zu kostspielig, die Steuer ist da sehr gnadenlos!
· Der Vorteil der Selbständigkeit ist ganz klar,
eigener Chef - eigene Verantwortung - das Geld fliesst nur in die eigene
Tasche !
· In einer Anstellung* habe
ich eine gewisse Sicherheit, da es zumindest einen monatlichen Fixgehalt
gibt. - Auch die Nebenkosten fallen teilweise weg (Telefonkosten,PC,
Software, Firmenauto für Kundenbesuche, Benzinkosten usw.)
*) Ein großer Nachteil ist bei einer Anstellung,
dass ich mich meistens vom Arbeitgeber abhängig mache mit den mir
zur Verfügung gestellten Softwareprodukten und Vorgaben (jeder
der sich mit diesem Medium schon befasst hat, hat auch seine eigene
Lieblingssoftware und Arbeitsweisen). - Es ist selten, dass Mitarbeitern
ein großer Handlungsspielraum zum Einkauf neuer Software gewährt
wird. In den meisten fällen ist ein WebDesign Paket vorhanden,
mit dem dann gearbeitet werden muss. Oft wird auch nur auf einem
Betriebssystem gearbeitet WINDOWS oder MAC - das kann für viele
ein Umlernen bedeuten, wenn er nur auf einem der beiden Kenntnisse hat
....
Kapitel 1:
Wie werde ich ein erfolgreicher Webdesigner?
Viele die schon mehr oder weniger erfolgreich Homepages für sich
selbst oder Freunde erstellt haben, spielen mit dem Gedanken das angeeignete
Wissen zu vermarkten. Also ist es naheliegend das Hobby zum Beruf zu
machen.
Oder ich habe eine mediengestalterische Ausbildung (Grafikdesign, Multimediadesign)
und möchte nach meine Ausbildung in dieser Richtung tätig
werden.
Wie werde ich nun erfolgreich und verdiene gutes Geld damit?:
Mit "erfolgreich" meine ich, dass ich von diesem Beruf
auch Leben kann und nicht nur 2x im Jahr ein kleines Zubrot auf Honorarbasis
habe!
Das Wort "erfolgreich" beinhaltet auch nicht nur megatolle
und ausgefallene Präsentationen zu erstellen, sondern lediglich
die Akzeptanz in dem Kundenkreis wo ich tätig werden möchte.
WebDesign ist ein knochenharter Job, da eine 100% Flexibilität
gefragt und auch verlangt wird. Den Zeitdruck und Stress den man teilweise
ausgesetzt wird ist sehr hoch, besonders wenn man selbständig ist
und sich um alles selbst kümmern muss.
Viele werden sich jetzt Fragen: "Warum das den ?"
Die Antwort ist ganz einfach:
" Ich muss meine Leistung einem Kunden verkaufen - habe einen vorgegebenen
Zeitplan - und muss auf Kommando kreativ sein ..."
Heutzutage fallen uns die Aufträge nicht in den Schoß, dass
ist wohl jeden klar.
Also pendelt man ständig zwischen:
"Auftragsbeschaffung via Telefon oder per Papier" , "Kundenbesuche",
"Konzept Erstellung" und das "schreiben der Seiten".
Wenn das Geschäft läuft, sind 10 - 16 Std. täglicher
Arbeitseinsatz fast der Normalfall. - Werktage und Wochenende
verschmelzen unter umständen in eine Endloswurst.
Kein selbständiger Webdesigner kann es sich heute leisten die
Hände in den Schoss zu legen und 40 Std. wöchentlich seinem
Job auszüben!
Ausser ich betreibe das ganze als Hobby und werde von meiner Frau oder
Familie finanziell gesponsert. Muss ich aber davon Leben, dann 100%
nicht.
Kapitel 2:
Bin ich überhaupt geeignet für diesen
Beruf?
- Bevor sich jemand in diesen abenteuerlichen Berufsstand begibt,
sollte er sich vorher bei der Nase nehmen und selbst prüfen:Kann
ich mir innerhalb 30 Minuten im Kopf ein HP Design-Artwork vorstellen
und auch umsetzen (ein "muss" bei Selbständigkeit,
als Layouter oder starker Auftragslage) ?
- Möchte ich sehr viel Freizeit opfern ?
- Meinen Lebenspartner unter umständen wegen Zeitmangel verlieren
?
- Mich ständig weiterbilden
?
- Ungef. 70.000 ATS - 100.000 ATS* (10.000 - 15.000 DM) als
Einstiegskapital opfern ?
- Laufende Kosten von ungef. 5.000 - 10.000 ATS (700 - 1500 DM) monatlich
tragen (Spesen usw.) ?
Alle Fragen mit "JA" beantwortet?, dann seit Ihr auf dem
besten Weg die "globalen" Grundvorraussetzungen für einen
zukünftigen WebDesigner in sich zu tragen.
Nur eine Frage mit "NEIN" beantwortet, rate ich Dir die Finger
davon zu lassen ... (ein Sprung ins kalte Wasser, endet meistens
in einem Fiasko bei Selbstständigkeit)
*) Diese Summe beinhaltet: Anschaffung geeigneter
Hardware, Software, Büroartikel, Gewerbeanmeldung, Steuerberater,
Literatur usw.
Jeden von Euch wird jetzt an dieser Stelle interessieren, wie hoch
der Wissensstand sein sollte für HTML & CO und welches Allgemeinwissen
noch mitzubringen sind.
Das ist mit wenigen Worten erklärt:
· HTML 3.2 - 100%
· HTML 4.0 - in Ansätze
(die wichtigsten Erweiterungen)
· Javascript
(man sollte zumindest so weit sein, einfache Scripte selbst zu
erstellen)
· Mindestens den Umgang mit einem Profi-Grafikprogramm 100%
intus zu haben
· Die Serverarchitekturen verstehen
(WinNT, UNIX Systeme verhaltensweisen)
· SQL Datenbankanbindung - Programmierung
(im HTML "includes" Bereich, z.B. ASP, Oracle, PHP usw.)
· Die Spielregeln der einzelnen Browser zu kennen und auch
in der Praxis umsetzen können
(Netscape- M$ Explorer in der Darstellung der Seiten)
Kapitel 3:
Die Werkzeuge und Helferleins:
Alle diejenigen, die noch immer mit dem Netscape Composer und Paintshop
Pro meinen "gutes" Webdesign damit erzeugen zu können,
kann ich nur sagen: VERGISS ES! ... damit bleibst Du 100% auf der Strecke
...
Begründung: Die oben genannten Werkzeuge sind für
den Hobbybereich gut, keine Frage. Aber möchte ich professionell,
schnell, sauber und flexibel arbeiten, stösst man sofort an Grenzen
die unüberwindbar sind.
Also mit wenigen Worten erwähnt: Sinnvolle Werkzeuge müssen
her !
Wobei die HTML Editor Wahl Geschmacksache ist, er sollte nur "neutral"
arbeiten und nicht wie MS Frontpage auf MS Browser fixiert sein.
Als gute HTML Werkzeuge
habe sich bewährt:
Für den grafischen
Bereich:
· Adobe Photoshop , Fractal Painter , Macromedia Fireworks,
Corel Photopaint , Chrome Imaging Photonyx oder DENEBA Canvas
· Adobe Dimension, Metacreation Carrara oder Macromedia
Extrem 3D
(diese Programme sind die einzigen kostengünstigen, die 2D
Vectorgrafiken extrudieren können)
· 1 Vectorgrafik Programm
(Corel Draw, Macromedia Freehand, Corel XARA)
· Adobe Illustrator
(kein Muss, aber sehr hilfreich für Illustrationen oder wenn
man Unterlagen aus Werbeagenturen erhält *.ai files..)
Fast alle dieser Produkte decken den GESAMTEN Grafik Bereich ab
(Transparente Ebenen, Bildverschmelzungen, einfache 3D Renderung, Bildmontagen,
Perfektes Antialias, Effekte und Logo Design)
Software Helferleins die teilweise unerläßlich
sind (meine persönliche Hitliste):
· Java Applet Entwicklungswerkzeuge mit Interface
(z.B. Opencube Composer, CoffeCup Software, Cool Focus
Produkte)
· Grafik Komprimierungswerkzeug
(Smartsaver, WebImage Guru, Adobe Imageready usw.)
· Image Slicer
(als Plugin oder stand alone)
· FTP Software (WS-FTP, Bullet FTP, Cute FTP)
· Pantone WebColorsave Pro (kein muss, aber
nützlich für Corporate Design Farbdefinationen)
· Equilibrium DebabilizerPro (kein muss,
aber nützlich bei exotischen Dateiformaten)
· Vector2Graphics oder Adobe Streamline (zum
Vektorisieren)
· Schriften CDs mit Handbücher der Muster
(am besten so viele wie möglich)
· Photo CDs und Cliparts
· Gifanimator
· Software um MAC CDs lesen zu können
(z.B. Mac-in-Dos, Conversation+ 5.0, TransMac)
Hardware:
· Ein schneller Windows *) Rechner, Betriebssystem
WINDOWS
(Linux oder Win98 alte Version!)
· Photoscanner
(hohe Auflösung mit guter Farbtreue, am besten SCSI)
· Diascanner mit 6x6 Dia Einsatz
· Mindestens ein 17" Bildschirm mit feiner Lochmaske
· CD Brenner oder Streamer
*) Apple hat leider das Internet ein bischen verschlafen. Der
Leader im Printbereich, zeigt im Online Publishing große Schwächen
(ÄTSCH - der Apfel wird faul ;-) - für das reine HTML ist
er genau so gut zu verwenden wie MS Systeme nur das "Layout &
Design für den Web Einsatz macht mucken..."
Bevor mich jetzt alle Apple-Sekte-Mitglieder steinigen, hier meine Begründungen:
- Der Surferanteil mit Windows oder Linux Browser liegt weltweit ungef.
bei 90% (unabhängige amerkanische Untersuchung) - also ist es sinnvoll
Webseiten im Layout und Grafikdesign auf die Windows Darstellung zu
optimieren (Windows Browser emuliert der MAC sehr schlecht - speziell
im JS Bereich macht der M$ Explorer macken....).
- MAC's haben in der Darstellung der Zeichensätze ein anderes
Schema (stellt Buchstaben anders dar)
(wenn z.B eine Schriftart in einer HTML Seite mit "-2" verwendet
wird, ist sie in Windows Browser noch einwandfrei lesbar - bei MACs
sieht man ausser nervöse Punkte nichts mehr... )
- Weiters haben Apple Rechner leider ein anderes Farbschema als Windows
PCs (die Gammawerte der Farbdarstellung weicht ab), dass kann im Corporate
Design Probleme bringen. Es gibt keinen Sinn, Grafiken im MAC (Photoshop)
immer um ca 20% aufzuhellen um auf Windows Browsern eine richte Farbdarstellung
zu erreichen - die Ergebnisse sind nicht 100%.
- Aber das größte Manko ist die Software, - mini Auswahl
und sauteuer .... sagen wir so, das Verhältniss liegt ungef. bei
80:20 - besonders im Shareware Bereich .... ;-)
(Auch wenn mich jetzt die MACianer steinigen werden, es ist leider
so... - unser I-MAC lügt nicht ... )
Kapitel 4:
Wie sieht der Alltag eines WebDesigners aus:
Bei Selbständigkeit:
In erster Linie muss ich mich um Aufträge kümmern, dass heisst
in der Praxis:
"ständiges Telefonieren (Kontakte knüpfen) und Angebote
schreiben ...."
Über die eigene Webseite auf einen Auftrag zu hoffen kann man meistens
vergessen, jede 2. private HP bietet heute schon WebDesign an. Die 2
Anfragen pro Jahr machen sicher nicht satt ...
Bei einem Auftrag: "Konzepterstellung, HP Dramaturgie, Kalkulation,
Layouten, Programmierung, Grafikdesign und Aufbereitung der zur Verfügung
gestellten Unterlagen"
- Anmerkung: Als selbsständiger WebDesigner spielt auch
kaufmännisches Geschick eine große Rolle. Besser gesagt,
habe ich Probleme auf wildfremde Leute zuzugehen um meine "Leistung"
zu verkaufen, werde ich es sehr schwer haben überleben zu können.
Bin ich eher eine sehr schüchterne oder verschlossene Natur, ist
es besser eine Anstellung zu wählen und den Verkauf anderen zu
überlassen. Kunden laufen einen nicht die Türe ein (die Konkurrenz
ist mittlerweilen schon zu hoch), also muss man selbst aktiv werden
...
Quirlige Typen mit einem Hang zur Überzeugungskraft, haben die
besten Chancen neue Kunden zu gewinnen und Aufträge einzusacken
;-)
In einer Anstellung:
Hier gibt es verschiedene Bereiche (je nachdem man eingesetzt wird).
Das kann die Übernahme oder Ausführung eines kompl. Projektes
sein, oder auch nur Teile in einer Teamarbeit. - Im schlimmsten Fall
tippt man "Tag aus - Tag ein" Datenbanksätze oder stupide
PHP Tags ... ;-).
- Ist man im Kreativteam, sieht die Welt schon rosiger aus :-) ... besser
gesagt ist das schönste am WebDesign: "Die Konzept Erstellung,
das Layouten und austüffteln der verwendeten Elemente!"
Wie komme ich als Selbsständiger nun
zu den heiß ersehnten Kunden?
· ich nehme mir die gelben Seiten vor und telefoniere mich
durch die Branchen (biete ein Informationsgespräch an)
· mobilisiere alle Freunde und Bekannten um die Lauscher offen
zu halten
· suche mir im Internet Homepages von Firmen die nicht gut
gelungen sind und erstelle ein neues Konzept (ohne Auftrag und Rücksprache),
präsentiere das eigene Werk der betreffende Geschäftsführung
nach telefonischer Terminabsprache (Anm.: Das erstellte Konzept muss
aber wirklich ein Knaller sein, sonst kann man sich die Mühe
sparen. Auch sollte man Verbesserungen vornehmen, wobei der Kunde
profitiert, z.B.: Datenbankanbindungen, interaktive Seitenwartung,
grafische Aufwertung usw....)
Hurra, ein Auftrag - was jetzt?
Habe ich nun einen Auftrag ergattert, erstellt man ein Konzept, am
besten sofort beim Erstgespräch vorort beim Kunden.
Da Internet Neukunden die noch keine Webseite besitzen, haben sie meistens
auch keine Vorstellung wie sie Aussehen soll. Man muss sie also aufklären
über die Möglichkeiten. Es ist auch sinnvoll ein Grobkonzept
mit dem Kunden vor Ort auszuarbeiten und eine vorbereitete Checkliste
durchzugehen.
Habe ich den Kunden von meinen Qualitäten überzeugt und als
Kunde gewonnen, lasse ich ihm so schnell wie möglich eine schriftliche
Auftragsbestätigung zukommen, wo detailliert die im persönlichen
Vorgespräch festgelegten Elemente und Kalkulationsgrundlagen niedergeschrieben
sind. Die Kalkulation sollte bei neuen Internetkunden die ungef. Kosten
zur Seitenerstellung enthalten, Domainkosten, laufende Servernutzungsgebühren
und Zusatzleistungen.
Habe ich die Auftragsbestätigung unterschrieben in meinen Händen,
lege ich mit dem Seitendesign los und erstelle ein Online-Konzept (die
Seiten am besten auf dem eigenen Server ablegen), dass sich der Kunde
ansehen kann.
Oder ich besuche ihn mit einem Laptop und präsentiere ihm den Vorschlag
"offline", dass bringt den Vorteil das man Änderungswünsche
vorort diskutieren kann.
Ist er begeistert und einverstanden, kann die Seite komplett erstellt
werden und ein Serverplatz samt Domain muss gebucht werden. Es ist
auch sinnvoll gleich zu Beginn einer selbsständigen "WebDesigner
Karriere" Kontakte zu Serverbetreiber zu Knüpfen. Da ja die
Kunden Webspace und Domain - Namen benötigen.
Anmerkung:
Man sollte immer davon ausgehen, dass man den Kunden so schnell man
ihn bekommen hat, auch wieder verlieren kann .... Die Konkurrenz schläft
nicht! Die meisten großen Provider und Agenturen haben professionelle
Keiler angestellt, die nichts anderes zu tun haben als Gott und die
Welt anzurufen um Termine für Beratungsgespräche zu vereinbaren
....
Merksatz: DIE ZEIT DRÄNGT UND ARBEITET STÄNDIG GEGEN UNS!
Man sollte sich auch immer vor Augen halten, dass WebDesign eine
Dienstleistung ist.
Viele WebDesigner sehen in ihren Werken kleine Kunstwerke und lassen
in dem Seitendesign nur ihre eigenen Vorstellungen gelten. Ich gebe
Euch den Rat, hört Euch die Wünsche des Kunden an und versucht
auch SEINE Ideen und Vorstellungen in den Seiten zu verwirklichen. Auch
wenn Euch sein Farbgestaltungs- Ausführungswunsch ein Graus ist,
solltet Ihr es ihm nicht mit allen Mitteln versuchen auszureden. Versucht
ihm beim Erstgespräch zu beraten, nicht zu vergewaltigen. Zeigt
ihm Vor- und Nachteile auf, ein gemeinsamer Konsens bringt ein gutes
Klima für die zukünftige Zusammenarbeit.
Ich persönlich habe die Anstellung bei einem Provider gewählt,
betreue den Verkauf mit Kundenkontakt und erstelle das Seitendesign.
Das birgt natürlich Vorteile in sich. Ein Team das auf sich eingespielt
ist, bringt große Erleichterung im Arbeitsalltag. Jeder muss nicht
umbedingt "alles" können (das Lernspektrum ist mittlerweilen
schon viel zu hoch und es kommen monatlich neue Technolgien dazu).
Nur der Zeitaufwand der geleisteten Arbeit (tägliche Arbeitszeit)
wird deswegen auch nicht geschmälert, man kann nur schneller Webseiten
fertigstellen. Fast jeder Kunde möchte seine Internet Präsenz
so schnell wie möglich im Netz haben...
Deswegen ergibt es sich oft, dass an 5-6 Homepages parallel gearbeitet
wird. Also ein ständiges HickHack und Umdenken für jedes Projekt.
Aber "good news" man gewöhnt sich daran, montiert
alle Uhren am Arbeitsplatz ab und klebt mit einem farbigen Klebeband
die Windowsuhr am Monitor zu ...;-)
Kapitel 5:
Insider Tips für werdende WebDesigner
Trends die im Internet nicht zu Stoppen sind und für jeden HTML
Artisten in naher Zukunft zum Alltag gehören werden:
Das gute alte Seitendesign, dass noch vor einem Jahr "state of
the art" war, hat heute fast so gut wie ausgedient. (ausser bei
kleinen Aufträgen)
Den zukünftigen Kunden wird via Print- Fernsehmedien vorexerziert
was heute machbar ist, also wollen sie es dann auch!
Gegenargumente kann man sehr schlecht liefern, da es ja defakt ist.
Also bleibt einen nichts anderes übrig, als kiloweise Bücher
zu kaufen und unsere karge Freizeit damit zu verbringen sich weiterzubilden.
Und dann lerne mal innerhalb von 4 Wochen ein Onlinegame in Flash
zu erstellen ...!
Auf den grafischen Bereich
wird heute auch sehr starkes Gewicht gelegt.
Insbesonders möchte heute jeder Kunde (Firmen) seinen eigenen Werbeauftritt
in den Printmedien oder Prospekten, auch in den Webseiten verwirklicht
haben. ("Corporate Design")
Das heisst in der Praxis:
· Designlinien müssen übernommen werden, teilweise
in Zusammenarbeit mit Werbeagenturen oder Hausgrafikern
· Wunschanimationen aus Firmenlogos, gezeichneten Wunschgrafiken
(Cartoons, Icons), aufwendige Bildmontagen von Produkten des Unternehmens,
Flash, Java, DHTML Intros, usw.. müssen erstellt werden
... heute wird von einem Webdesigner nicht mehr verlangt, dass
Seitendesign irgendwie zu erstellen ("MS-Frontpage Themes Look"),
sondern "das Besondere" ist gefragt und selbstverständlich
soll sie wenn möglich keiner anderen Homepage ähnlich sehen
...
(insbesonders bei renommierten Firmen oder Institutionen)
UND! Lasst Euch auch nicht verleiten Bestandteile aus anderen
Webseiten zu stehlen und Eurem Kunden zu verkaufen. Werdet Ihr erwischt
von dem Besitzer (er findet zufällig Eure Seite). kann man sich
unter Umständen auf eine Copyrightklage gefasst machen die sich
gewaschen hat. - das betrifft auch Fotos die Ihr über die "Image"
Suche in den Suchmaschinen findet.
Diverse Tips für die Weiterbildung:
Es ist sinnvoll JavaScript
, Datenbank Grundbegriffe (f. ASP, PHP) und die CGI Programmierung (PERL-Grundkurs)
zu lernen
Kapitel 6:
THEMA: Gutes & schlechtes Webdesign
Gibt es überhaupt gutes oder schlechtes Webdesign ?
Da werden "10 golden Regeln für gutes WebDesign"
aufgestellt, oder "15 Regeln für schlechtes".
Wenn Ihr mich fragt ist das alles Schwachsinn! - Wer bitte hat die Regeln
festgelegt ?
Hat das IMAS (Meinungsforschungs Institut) erhoben ?
Für mich gibt es nur zwei verschiedene Arten von WebSeiten, die
"FUNKTIONIERENDEN" und die "404er" ....
Wann bitte ist eine Seite "gut"? - wer entscheidet
ob gut oder schlecht? - Liegt das ganze nicht nur im Auge des betrachters
und des nutzens?
Ein Beispiel wie man es täglich im
Netz findet:
Eine Seite nur aus Text bestehenden, ohne Grafik, grell-gelber Hintergrund
mit pinkfarbener Schrift und der Inhalt erzählt von der Klobesensammlung
von Tante Mitzi ....
Nur von meiner Erzählung her, würdest Du jetzt sicher sagen,
die ist 100% schlecht ... oder nicht?
Würde die selbe Seite "20 sündteure Softwareprogramme"
zum freien Download anbieten, würden 99% der Besucher aufjaulen
mit dem Satz: "SPITZEN MEGATOLLE WEBSEITE" .... (1% würde
das nicht gefallen, den Softwarefirmen ;-)
Jetzt sagt mal ehrlich, habe ich nicht recht mit meinem Beispiel
?
Ich mag sicher an dieser Stelle ein bischen übertreiben - aber
heute spielen sich im Internet soviele Leute auf, die sinn(volle)lose
Kommentare zu Webseiten abgeben - geht ja ganz einfach, es wird einfach
nach einem persönlichen Frusterlebnis ein Email mit dem folgendem
Inhalt geschrieben : "Hallo Webmaster, ich wollte Ihnen nur schreiben,
dass Ihre Seite Scheisse ist ..."
Ich frage mich:
Eine Internetseite ist ein Online-Medium, ähnlich einer Zeitschrift
die man an Kiosken kaufen könnte - wer bitte regt sich auf, wenn
einen eine Zeitschrift nicht gefällt ? Schreibt jeder sofort einen
Leserbrief worin er die Redakteure ohrfeigt ? - Nein, natürlich
nicht - man kauft einfach die Zeitschrift nicht mehr und schmeisst sie
ins Altpapier....
Als zukünftige Webdesigner kann ich Euch
also nur diesen einen Rat auf den Weg mitgeben: MACHT
EUREN KUNDEN GLÜCKLICH, und versucht ihm nicht EUREN
Geschmack aufzuzwingen. Es wird Euch nicht gelingen...
Als "Dienstleister" sollt Ihr beraten und nichts erzwingen!
Versucht dem Kunden falls er extreme oder eurem Empfinden nach seltsame
Wünsche hat, behutsam darauf aufmerksam zu machen, dass seine Ideen
unter umständen (beruhend auf euren Erfahrungen) keinen guten Eindruck
bei Besuchern hinterlassen.
Besteht er dennoch darauf, habt ihr 2 Möglichkeiten:
a) Ihr steigt aus dem Auftrag aus (weil er in den Referenzen eher Schaden
anrichtet als nützt)
b) Ihr braucht das Geld, drückt die Augen zu und denkt: "selber
schuld" ......
... so das wärs in groben Zügen, ich hoffe Euch ein bischen
Licht ins Dunkle gebracht zu haben!
Und Bitte, mailt mir jetzt nicht 100erte Fragen betreffend dieser
Seite wenn Euch etwas unklar ist, ich musste mich auch mühevoll
in allem selbst schlau machen ... und bedenkt, dass es MEINE ERFAHRUNGEN
sind ! Viele Leute die diesen Artikel gelesen hatten, stimmten ihm nicht
ganz zu und brüllten in diversen NEWSGROUPS, FOREN laut herum,
was ich doch für einen Quatsch hier verfasst habe ... Also nehmt
bitte nicht nur meinen Artikel als "BIBEL" her, sondern auch
andere Meinungen (falls es welche gibt, aus dem Nähkästchen
plaudern sehr wenige....)
Good Luck
- © g¿smo
2001
|